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Pflegeausbildung

Schon vor Corona war der Pflegeberuf stressig und schlecht bezahlt. Doch noch nie kamen Pflegende so stark an ihre Grenzen wie im vergangenen Jahr. Durch die Betreuung von Corona-Patienten war einerseits mehr Fachpersonal gefragt, andererseits gab es mehr Ausfälle, da auch Mitarbeitende sich mit dem Virus ansteckten.


Ob im Spital, in Altersheimen oder bei der Spitex: Der Personalmangel hat sich seit dem Beginn der Pandemie zugespitzt. Das bestätigt auch Yvonne Ribi vom Schweizer Berufsverband des Pflegefachpersonals: «Wir haben mit vielen Institutionen gesprochen, die sagen, dass nach jeder Corona-Welle wieder einige Pflegende die Branche verliessen.»

Trotzdem scheinen die Jungen im Kanton Bern die Pflegebranche nicht zu scheuen. Im August starten erstaunlich viele Lernende ihr erstes Ausbildungsjahr als Fachfrau oder Fachmann Gesundheit (Fage). «Stand heute wurden auf diesem Beruf rund 5,6 Prozent mehr Lehrverträge abgeschlossen als im letzten Jahr zur gleichen Zeit», sagt Yves Brechbühler von der Bildungsdirektion des Kantons Bern. Zahlenmässig heisst das: 874 Lehrverträge wurden bereits abgeschlossen, das sind 55 mehr als im letzten Jahr. Die Anzahl neuer Lehrverträge im Jahr 2020 lag im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. «Es konnte letztes Jahr kein Covid-bedingter Rückgang gegenüber den Vorjahren registriert werden», sagt Brechbühler.

Einfache Suche
«Tatsächlich hatten wir dieses Jahr keinerlei Schwierigkeiten, die Lehrstellen in den Pflegeberufen zu besetzen», sagt Dominique Moser, Leiterin Personalentwicklung des Spitalzentrums Biel. Und dies, obwohl die Möglichkeit, den Jugendlichen etwa mit Schnuppertagen oder Berufswahlpraktika einen Einblick in den Beruf zu geben, durch die Pandemie eingeschränkt gewesen sei.

Laut Moser könnte die anhaltend hohe Nachfrage nach diesen Ausbildungsstellen auch mit einem anderen Effekt der Pandemie zu erklären sein: «Ein Beruf, in dem man – wie in den Medien immer wieder gezeigt wurde – effektiv gebraucht wird und eine sinnstiftende Aufgabe erfüllen kann, interessiert und motiviert vermutlich in Krisenzeiten ganz besonders.»

Auch die Pflegeinstitution Dahlia, die mehrere Heime im Emmental und im Oberaargau hat, konnte heuer alle Lehrstellen besetzen. «Die Suche nach Lernenden war nicht schwieriger als in anderen Jahren», sagt Dahlia-Direktor Urs Lüthi. Ihn habe es deshalb nicht überrascht, sondern vielmehr gefreut, dass die Jungen trotz der Pandemie noch immer ein Interesse an der Branche haben.


Mehr Studierende
Die Fage-Lehrstellen bei der Spitex Bern konnten ebenfalls rechtzeitig besetzt werden. «Was wir jedoch bemerkt haben, ist, dass mehr Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger direkt ihre Tertiärausbildung beginnen und zur Höheren Fachschule wechseln», sagt Claudine Bumbacher, Geschäftsführerin der Spitex Bern. Es komme seltener vor, dass sie zum Beispiel noch ein Zwischenjahr machen und als Fage arbeiten oder reisen gehen.

Die Zahl der Studierenden, die im September ihre Ausbildung am Berner Bildungszentrum Pflege starten, bestätigt Bumbachers Aussage. Es sind Stand heute rund 430 Personen an der Höheren Fachschule aufgenommen worden, die sich zu diplomierten Pflegefachpersonen ausbilden lassen wollen. Auch hier gibt es im Vergleich zu 2020 eine Zunahme von 20 Prozent. Laut der kantonalen Bildungsdirektion lagen die Anmeldezahlen letztes Jahr im Schnitt der Vorjahre.

Yvonne Ribi vom Schweizer Berufsverband des Pflegefachpersonals freut sich über das grosse Interesse der Jungen an der Pflegebranche. Sie nimmt an, dass dies unter anderem auch mit der wirtschaftlichen Situation zusammenhängt: «Momentan ist der Pflegeberuf sicher.»

Doch um den Personalmangel zu beheben, brauche es mehrere Jahre hintereinander so gute Anmeldungen. Und: Die Lernenden und Studierenden müssen nicht nur erfolgreich abschliessen, sondern dann auch auf dem Beruf arbeiten.

 

Den Artikel finden Sie in der BZ vom 26.07.2021
https://www.bernerzeitung.ch/trotz-corona-der-pflegeberuf-ist-bei-den-jungen-beliebt-111070756277

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