Laut einer Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums OBSAN werden die Kosten der Alters- und Pflegeheime sowie der Spitexdienste ansteigen (von 7,3 Milliarden Franken im Jahr 2005 auf rund 18 Milliarden Franken im Jahr 2030). Der Anstieg hängt mit der wachsenden Anzahl der über 80-jährigen Personen zusammen und ist grösstenteils unvermeidbar. Der Kostenanstieg könnte jedoch unter Einsatz verschiedener Massnahmen gebremst werden; so zum Beispiel dank einer Verbesserung des Gesundheitszustandes dieser Bevölkerungsgruppe durch Prävention oder durch vermehrte Inanspruchnahme von Spitexdiensten.

Zwischen 1995 und 2005 erhöhten sich die Kosten der Alters- und Pflegeheime sowie der Spitexdienste real um mehr als 45 Prozent. Die über 65-Jährigen weisen die stärkste Inanspruchnahme auf. Sie generieren jährliche Kosten von 7,3 Milliarden Franken, was 13,9 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben und 1,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) entspricht.

Gemäss den Bevölkerungsprognosen des Bundesamtes für Statistik (BFS) wird die Bevölkerung der über 65-Jährigen von 1,2 Millionen im Jahr 2005 auf 2 Millionen im Jahr 2030 anwachsen, was einer Zunahme um zwei Drittel entspricht. Die Bevölkerungsgruppe der 80-Jährigen verdoppelt sich sogar: Innerhalb von 25 Jahren nimmt sie von 340'000 auf 625'000 Personen zu.

Unter Berücksichtigung dieser Entwicklung aktualisiert das OBSAN seine Prognosen und stellt eine mögliche Kostenentwicklung vor:

Kostenanstieg ist unvermeidlich

Die Langzeitpflegekosten im Jahr 2030 dürften sich auf 17,8 Millionen Franken (zu konstanten Preisen 2005) belaufen. Die Kosten für Alters- und Pflegeheime machen rund 80 Prozent (14,9 Milliarden Franken) der Gesamtkosten aus, was auf die starke Zunahmen der Bevölkerung der 80-Jährigen zurückzuführen ist.

Prävention und Gesundheitsförderung bremsen Kostenanstieg

Wird der Gesundheitszustand der über 65-Jährigen künftig verbessert, dürfte die Quote der Inanspruchnahme von Langzeitpflege zurückgehen. Die Kosten für das Jahr 2030 werden so auf 16,2 Milliarden geschätzt, 1,6 Milliarden weniger als im Referenzszenario.
Mit effizienten Programmen zur Prävention und zum Erhalt der Selbstständigkeit ist eine Verbesserung des Gesundheitszustandes der betroffenen Personen und somit eine Eindämmung des Kostenanstiegs in der Langzeitpflege möglich.

Ausbau der Spitexdienste zur Dämmung des Kostenanstiegs

Die Zahl der BewohnerInnen in Alters- und Pflegeheimen könnte gesenkt werden, wenn Personen mit funktionalen Behinderungen vermehrt zu Hause von Spitexdiensten betreut würden. Die prognostizierten Kosten betragen in dem Fall 15,7 Milliarden Franken, das sind im Vergleich zum Referenzszenario 2 Milliarden Franken weniger. Damit dieses Ziel erreicht wird, müssten strukturelle Änderungen eingeführt und eine entsprechende Politik betrieben werden.

Standpunkt der SPITEX BERN

Zum obenerwähnten Bericht des OBSAN gilt folgender Standpunkt von SPITEX BERN:

Ausbau der Spitexdienste

Eine im letzten Jahr im Auftrag der SPITEX BERN durchgeführte Umfrage in der Stadt Bern bestätigte, dass 88 Prozent der StadtbernerInnen zu Hause alt werden möchten. Es ist anzunehmen, dass dieser Wunsch für die ganze Schweizer Bevölkerung übertragbar ist. 
Gestützt auf diese Umfrage bietet die SPITEX BERN den Berner EinwohnerInnen über 55 eine Gesundheitsberatung an. Eine solche Gesundheitsberatung könnte nach diesem Muster schweizweit eingeführt werden. Diese Massnahme wirkt nachhaltig und würde zur Kostendämmung im Gesundheitswesen, insbesondere bei der Langzeitpflege, beitragen.

Pflegefinanzierung

Immer weniger Menschen würden Spitexdienste beanspruchen, wenn nebst der Franchise von 10 Prozent auch noch 20 Prozent der Spitex-Pflegekosten von den Spitexleistungsbezügern getragen werden müssten.
Infolge solche Kosten zögen diese Menschen einen Spitalaufenthalt vor, was erheblich grössere Kosten verursachte. Oder die Menschen würden früher in ein Heim eintreten (ebenfalls mit hohen Kostenfolgen). Oder aber es gäbe zunehmende Verwahrlosung zu Hause, weil niemand sich um diese alleinstehenden, kranken und vereinsamten Menschen kümmerte – was letztlich wieder mehr Arztbesuche verursachen würde. Der höhere Kostenbeitrag von Spitexleistungsbezügern würde daher die Gesamtkosten in der Langzeitpflege nachhaltig erhöhen.

Forderung der Spitexbranche

Mit dem geplanten Szenario der Pflegefinanzierung wird keine Einschränkung des Kostenanstiegs in der Langzeitpflege erreicht. Die Spitex-Branche fordert die Politikerinnen und Politiker auf, neue Vorschläge zum Ausbau der Spitexdienste zu unterstützen und zu fördern und auf eine Abwälzung von 20 Prozent der Pflegekosten auf SpitexklientInnen zu verzichten. Eine verstärkte Förderung der Langzeitbetreuung durch die Spitex wirkt einem Kostenanstieg in der Langszeitpflege entgegen.

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